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Sauberes Trinkwasser auf Reisen
Durchfall ist die häufigste Gesundheitsstörung auf Fernreisen, und sehr oft steckt verunreinigtes Wasser dahinter. Dabei geht es nicht nur um das Glas aus der Leitung, sondern auch um Eiswürfel, gewaschenen Salat und die Zahnbürste.

Wann Leitungswasser ein Risiko ist
In Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern ist Leitungswasser streng kontrolliert und bedenkenlos trinkbar. In vielen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas ist das nicht selbstverständlich, auch nicht in guten Hotels. Das Wasser mag im Wasserwerk sauber sein, aber alte Leitungen, Tanks auf dem Dach und Unterbrechungen der Versorgung lassen Keime hineingelangen.
Ob das Wasser am Reiseziel trinkbar ist, steht in den reisemedizinischen Hinweisen des Auswärtigen Amts und in jedem guten Reiseführer. Im Zweifel gilt: lieber nicht.
Die einfache Regel für Essen und Trinken
Unter Reisemedizinern gibt es einen alten englischen Merksatz: „Boil it, cook it, peel it or forget it.“ Gemeint ist: Essen Sie, was gekocht, gebraten oder von Ihnen selbst geschält wurde, und lassen Sie den Rest weg. Das betrifft vor allem rohes Gemüse, Salat, geschnittenes Obst vom Straßenstand und Eiswürfel, die oft aus Leitungswasser hergestellt werden.
Abgefülltes Wasser in Flaschen ist eine gute Lösung, solange der Verschluss original versiegelt ist. Nehmen Sie es auch zum Zähneputzen. Heiße Getränke wie Tee und Kaffee sind meist unbedenklich, weil das Wasser dafür gekocht wurde.
Abkochen
Die zuverlässigste Methode ist das Abkochen. Lassen Sie das Wasser sprudelnd kochen, eine Minute reicht. In großer Höhe, etwa oberhalb von 2.000 Metern, kocht Wasser schon bei niedrigerer Temperatur, dann sollten es drei Minuten sein. Abkochen tötet Bakterien, Viren und Parasiten ab, entfernt aber weder Schwebstoffe noch Chemikalien.
Filtern
Für Wanderer und Rucksackreisende sind Wasserfilter beliebt. Gute Modelle mit sehr feinen Poren halten Bakterien und Parasiten wie Giardien zuverlässig zurück. Viren sind dagegen so klein, dass viele Filter sie nicht erfassen. Wo Viren ein Thema sind, etwa bei Wasser aus Gewässern in der Nähe von Siedlungen, kombinieren Sie den Filter mit einer chemischen Entkeimung. Trübes Wasser filtern Sie vorher grob durch ein Tuch, damit der Filter nicht verstopft.
Tabletten und Tropfen
Chemische Mittel auf Basis von Chlor oder Chlordioxid sind leicht und billig. Sie brauchen eine Einwirkzeit, die je nach Mittel und Wassertemperatur zwischen einer halben Stunde und mehreren Stunden liegt. Mittel mit Silber konservieren bereits sauberes Wasser, sie sind aber nicht dafür gedacht, verschmutztes Wasser zu entkeimen. Lesen Sie die Packungsbeilage genau.
UV-Licht
Kleine UV-Lampen, die man in eine Flasche hält, töten Keime innerhalb von Sekunden ab. Sie funktionieren aber nur bei klarem Wasser, brauchen Batterien und sagen nichts über Schwebstoffe aus. Für Städtereisen mit gelegentlich fragwürdigem Leitungswasser sind sie praktisch, für lange Touren eher als Ergänzung.
| Methode | Wirkt gegen | Zu beachten |
|---|---|---|
| Abkochen | Bakterien, Viren, Parasiten | braucht Brennstoff und Zeit, Wasser muss abkühlen |
| Filter | Bakterien, Parasiten | Viren oft nicht, Filter kann verstopfen |
| Chlordioxid | Bakterien, Viren, viele Parasiten | Einwirkzeit, leichter Geschmack |
| UV-Lampe | Bakterien, Viren, Parasiten | nur klares Wasser, Batterien |
Was zu tun ist, wenn es trotz aller Vorsicht jemanden erwischt und kein Arzt in der Nähe ist, steht unter Erste Hilfe auf Reisen. Gegen einige durch Wasser übertragene Krankheiten, etwa Hepatitis A und Typhus, gibt es außerdem Impfungen.