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Impfungen und Impfbestimmungen für Reisen
Bei Impfungen für Reisen geht es um zwei verschiedene Dinge. Manche Länder verlangen bei der Einreise einen Nachweis, unabhängig davon, ob Sie selbst ein Risiko sehen. Andere Impfungen sind nicht vorgeschrieben, schützen aber vor Krankheiten, die am Reiseziel häufig sind.

Vorgeschrieben: der Gelbfieber-Nachweis
Die bekannteste Impfpflicht im Reiseverkehr betrifft Gelbfieber. Mehrere Länder in Afrika und Südamerika verlangen bei der Einreise einen Nachweis. Andere verlangen ihn nur, wenn Sie vorher in einem Land mit Gelbfieberrisiko waren, auch wenn Sie dort nur umgestiegen sind. Das ist bei Rundreisen eine häufige Falle.
Der Nachweis wird im internationalen Impfausweis eingetragen, dem gelben Heft nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation. Die Impfung dürfen nur dafür zugelassene Gelbfieber-Impfstellen geben, nicht jede Hausarztpraxis. Seit 2016 gilt eine einmalige Impfung nach den internationalen Regeln lebenslang. Bei manchen Personengruppen empfehlen Fachleute dennoch eine Auffrischung, das klärt die Impfstelle.
Eine weitere bekannte Vorschrift betrifft die Pilgerfahrt nach Mekka. Saudi-Arabien verlangt für die Hadsch und die Umrah eine Impfung gegen Meningokokken. Solche Regeln können sich ändern, deshalb lohnt der Blick in die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für das jeweilige Land.
Erst die Standardimpfungen prüfen
Bevor es um exotische Krankheiten geht, sollten die Impfungen stimmen, die auch zu Hause empfohlen sind. Tetanus und Diphtherie brauchen alle zehn Jahre eine Auffrischung, oft zusammen mit Keuchhusten. Wer nach 1970 geboren ist und als Kind nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurde, sollte das nachholen. Masern kommen in vielen beliebten Reiseländern häufiger vor als in Deutschland.
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut veröffentlicht jedes Jahr, welche Impfungen für wen empfohlen sind. Ein Blick in den eigenen Impfpass mit dieser Liste daneben zeigt schnell, wo Lücken sind.
Typische Reiseimpfungen
Welche weiteren Impfungen sinnvoll sind, hängt vom Ziel, der Reisezeit, der Dauer und der Art des Reisens ab. Eine Woche im Strandhotel ist etwas anderes als drei Monate mit dem Rucksack durch ländliche Gegenden.
| Impfung | Wann sie häufig empfohlen wird |
|---|---|
| Hepatitis A | bei Reisen in Länder mit einfacheren hygienischen Bedingungen, auch bei kurzen Aufenthalten |
| Typhus | bei längeren Reisen in Teile Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, vor allem mit einfacher Verpflegung |
| Tollwut | bei langen Aufenthalten, Trekking fernab von Kliniken oder engem Kontakt zu Tieren |
| FSME | bei Aufenthalten in der Natur in Risikogebieten, etwa in Teilen Süddeutschlands, Österreichs und des Baltikums |
| Japanische Enzephalitis | bei längeren Aufenthalten in ländlichen Regionen Süd- und Ostasiens |
Die Tabelle ersetzt keine Beratung. Sie soll zeigen, welche Impfungen in einem Gespräch zur Sprache kommen können.
Wann Sie anfangen sollten
Planen Sie die Impfberatung sechs bis acht Wochen vor der Abreise ein. Einige Impfungen bestehen aus mehreren Dosen im Abstand von Tagen oder Wochen, und der Schutz baut sich erst nach der letzten Dosis vollständig auf. Wer kurzfristig verreist, sollte trotzdem hingehen. Auch eine einzelne Dosis bringt oft schon einen Teil des Schutzes.
Malaria ist keine Impfung
Gegen Malaria gibt es für Reisende bisher keine Impfung, die eine Vorbeugung ersetzt. Der wichtigste Schutz ist, Mückenstiche zu vermeiden: lange Kleidung in der Dämmerung, ein wirksames Mückenschutzmittel und ein Moskitonetz. Ob Sie zusätzlich Tabletten zur Vorbeugung nehmen oder ein Notfallmedikament einpacken sollten, entscheidet die Reisemedizinerin anhand Ihrer Route. Was sonst noch in die Tasche gehört, steht unter Reiseapotheke. Und weil viele Infektionen über Wasser und Essen übertragen werden, lohnt auch der Beitrag über sauberes Trinkwasser unterwegs.