- Gate
- A
- Lesezeit
- 3 Min.
- Aktualisiert
Diebstahl auf Reisen: vorbeugen und richtig reagieren
Taschendiebe arbeiten dort, wo viele Menschen abgelenkt sind: an Bahnhöfen, in vollen Bussen, vor Sehenswürdigkeiten und auf Märkten. Ganz verhindern lässt sich ein Diebstahl nicht. Mit ein wenig Vorsorge bleibt er aber eine Unannehmlichkeit und kein Grund, die Reise abzubrechen.

Wie Taschendiebe vorgehen
Die meisten Diebstähle folgen einem einfachen Muster: Eine Person lenkt ab, eine andere greift zu, eine dritte nimmt die Beute und verschwindet. Die Ablenkung kann vieles sein. Jemand fragt nach dem Weg und hält dabei einen Stadtplan vor Ihre Brust. Jemand bittet um eine Unterschrift für einen guten Zweck. Jemand rempelt Sie an, entschuldigt sich überschwänglich, oder es fällt Ihnen plötzlich etwas auf die Jacke, und ein freundlicher Helfer wischt es ab.
Auch das Gedränge selbst ist ein Werkzeug. In einer vollen U-Bahn bemerkt niemand, wenn eine Hand in die Jackentasche gleitet. Besonders kritisch sind die Momente beim Ein- und Aussteigen, an Rolltreppen und an Fahrkartenautomaten, wenn Sie gerade das Portemonnaie in der Hand haben.
Vorsorge vor der Reise
- Fotografieren oder kopieren Sie Reisepass, Personalausweis, Führerschein und die Vorder- und Rückseite Ihrer Karten. Speichern Sie die Kopien verschlüsselt oder in einem E-Mail-Postfach, auf das Sie überall zugreifen können.
- Notieren Sie die Sperrnummern Ihrer Bank und den zentralen Sperr-Notruf, nicht nur im Handy, das ja ebenfalls gestohlen werden kann.
- Nehmen Sie nur die Karten mit, die Sie wirklich brauchen. Die Kundenkarte vom Baumarkt bleibt zu Hause.
- Teilen Sie Geld und Karten auf: eine Karte und etwas Bargeld am Körper, eine zweite Karte und eine Reserve im Hotelsafe oder im Gepäck.
Unterwegs
Tragen Sie Wertsachen nah am Körper, in einer Innentasche oder einem flachen Brustbeutel unter der Kleidung. Rucksäcke sind in vollen Verkehrsmitteln vorne besser aufgehoben als auf dem Rücken. Das Handy hat in der Gesäßtasche nichts verloren, und auf dem Tisch im Straßencafé liegt es für einen Vorbeigehenden genau auf Griffhöhe.
Im Restaurant hängt die Tasche nicht über der Stuhllehne, sondern liegt auf dem Schoß oder zwischen den Füßen, mit dem Riemen um ein Stuhlbein. Am Strand gilt: Was Sie nicht mitnehmen, kann nicht verschwinden. Ein günstiges Zweithandy und eine Kopie des Ausweises reichen für den Badetag.
Wenn etwas gestohlen wurde
Bewahren Sie Ruhe und arbeiten Sie der Reihe nach. Das Wichtigste zuerst: Lassen Sie Karten sofort sperren. Der zentrale Sperr-Notruf ist aus dem Ausland unter +49 116 116 erreichbar und kann viele deutsche Bank- und Kreditkarten sperren. Für Karten, die dort nicht angeschlossen sind, brauchen Sie die Nummer Ihrer Bank. Sperren Sie auch das Handy über Ihren Mobilfunkanbieter, damit niemand auf Ihre Kosten telefoniert.
Danach gehen Sie zur örtlichen Polizei und erstatten Anzeige. Bestehen Sie auf einer schriftlichen Bestätigung. Ohne sie zahlt keine Versicherung, und die Bank kann missbräuchliche Abbuchungen schwerer zurückbuchen. In Touristenorten haben Polizeiwachen oft mehrsprachige Formulare.
Ausweis oder Pass verloren
Ist der Reisepass weg, hilft die deutsche Botschaft oder das Generalkonsulat. Dort kann ein vorläufiger Reisepass oder ein Reiseausweis als Passersatz ausgestellt werden, mit dem Sie nach Hause zurückkehren können. Das geht deutlich schneller, wenn Sie eine Kopie des alten Passes, ein Passfoto und die Polizeibestätigung mitbringen. Innerhalb der Europäischen Union reicht für die Rückreise oft schon ein vorläufiger Ausweis.
Wer auf die Kopien zurückgreifen kann, spart Stunden. Wie Sie Ihre Zahlungsmittel so aufstellen, dass ein Verlust nicht alles lahmlegt, steht unter Zahlungsmittel auf Reisen. Hinweise für den Alltag in fremden Metropolen finden Sie im Beitrag Sicher unterwegs in fremden Großstädten.