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Reiseratgeber für Abreise, Anreise und unterwegs

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Rubrik
Gesundheit und Sicherheit
Lesezeit
3 Min.
Aktualisiert

Erste Hilfe auf Reisen, wenn die Klinik weit weg ist

In der Stadt ist ein Rettungswagen meist in wenigen Minuten da. Auf einer Wanderung in den Bergen, einer Bootstour oder einer Fahrt durch dünn besiedelte Gegenden kann es Stunden dauern. In dieser Zeit kommt es auf die Menschen an, die gerade dabei sind.

Schema des alpinen Notsignals: sechs Zeichen pro Minute, eine Minute Pause, Antwort mit drei Zeichen pro MinuteALPINES NOTSIGNAL6 Zeichen in 1 Minute1 Minute Pausevon vornAntwort: 3 Zeichen pro Minute
Das alpine Notsignal funktioniert ohne Handy: sechs Zeichen pro Minute, dann eine Minute Pause.

Vorher: Kurs, Nummern, Versicherung

Der beste Zeitpunkt für Erste Hilfe ist vor der Reise. Ein Erste-Hilfe-Kurs liegt bei vielen Menschen Jahrzehnte zurück, meist war es der Pflichtkurs für den Führerschein. Ein Auffrischungskurs dauert einen Tag und wird von Hilfsorganisationen in fast jeder Stadt angeboten. Für Wanderer und Bergsteiger gibt es spezielle Outdoor-Kurse, die Situationen ohne schnellen Rettungsdienst üben.

Innerhalb der Europäischen Union erreichen Sie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst unter der 112. In anderen Ländern gelten andere Nummern, manchmal verschiedene für Polizei und Rettung. Notieren Sie die örtliche Notrufnummer vor der Abreise. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Auslandsreisekrankenversicherung einen medizinisch sinnvollen Rücktransport einschließt und welche Notfallnummer die Versicherung hat.

Die ersten Minuten

Am Unfallort gilt eine einfache Reihenfolge. Zuerst sichern Sie sich selbst und die verletzte Person, etwa vor Steinschlag, Verkehr oder Wasser. Dann prüfen Sie, ob die Person ansprechbar ist und normal atmet. Wer nicht normal atmet, braucht sofort Herzdruckmassage. Erst danach folgen Blutungen, Knochenbrüche und alles andere.

Starke Blutungen stillen Sie mit Druck: eine Kompresse oder ein sauberes Tuch auf die Wunde und fest darauf drücken, bei Bedarf mit einem Druckverband. Hochlagern hilft zusätzlich. Bei Brüchen bewegen Sie das betroffene Körperteil so wenig wie möglich und polstern es in der Lage, in der Sie es vorfinden.

Wärmeerhalt

Verletzte kühlen schnell aus, auch im Sommer. Wer auf kaltem Boden liegt, verliert über den Untergrund mehr Wärme als über die Luft. Legen Sie eine Isomatte, einen Rucksack oder Kleidung unter die Person und decken Sie sie zu. Eine Rettungsdecke wiegt nur wenige Gramm und gehört in jede Tourenapotheke.

Unterkühlung zeigt sich zunächst durch Zittern und Frieren. Hört das Zittern auf und die Person wird teilnahmslos oder verwirrt, ist es ernst. Dann zählt jede Minute, und die Person sollte so wenig wie möglich bewegt werden, bis Hilfe eintrifft.

Hitze und Sonne

Bei großer Hitze drohen Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Hitzeerschöpfung beginnt mit Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und starkem Schwitzen. Bringen Sie die Person in den Schatten, lassen Sie sie liegen und in kleinen Schlucken trinken, idealerweise eine Elektrolytlösung. Ein Hitzschlag ist ein Notfall: Die Haut ist heiß, oft trocken, die Person verwirrt oder bewusstlos. Kühlen Sie aktiv mit nassen Tüchern und Luftzug und holen Sie sofort Hilfe.

Höhe

Wer schnell in große Höhen aufsteigt, kann höhenkrank werden. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und schlechter Schlaf, oft ab etwa 2.500 Metern. Die wichtigste Regel ist einfach: Mit Beschwerden nicht weiter aufsteigen. Werden die Beschwerden schlimmer, hilft nur der Abstieg. Langsames Akklimatisieren mit Ruhetagen beugt am besten vor.

Hilfe herbeirufen ohne Netz

In den Alpen gibt es ein vereinbartes Notsignal, das ohne Handy funktioniert. Sie geben sechsmal in einer Minute ein Zeichen, also alle zehn Sekunden, mit Rufen, Pfeifen, Blinken einer Lampe oder Schwenken eines hellen Kleidungsstücks. Dann folgt eine Minute Pause, und das Ganze beginnt von vorn. Wer das Signal bemerkt, antwortet dreimal in der Minute.

Was zusätzlich in die Reiseapotheke gehört, steht im Beitrag Reiseapotheke. Bei längeren Touren ist Wasser oft das größere Problem als eine Verletzung, dazu mehr unter Trinkwasser unterwegs aufbereiten.

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