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Die Reiseapotheke
Die meisten Beschwerden im Urlaub sind harmlos: ein verdorbener Magen, ein Sonnenbrand, eine Blase am Fuß. Ärgerlich werden sie, wenn man abends in einem fremden Ort ohne geöffnete Apotheke steht. Eine kleine, durchdachte Reiseapotheke hilft über die ersten Stunden.

Die Grundausstattung
Eine Reiseapotheke muss nicht groß sein. Für eine Woche am Mittelmeer reicht eine Tasche in Kulturbeutelgröße. Wichtiger als die Menge ist, dass Sie die Mittel kennen und vertragen. Ein neues Präparat im Urlaub auszuprobieren ist keine gute Idee.
- Ihre regelmäßigen Medikamente in ausreichender Menge, besser für ein paar Tage mehr als geplant
- ein Schmerz- und Fiebermittel, das Sie schon kennen
- ein Mittel gegen Durchfall und Elektrolytpulver zum Auflösen in Wasser
- etwas gegen Übelkeit und Reisekrankheit, wenn Sie dazu neigen
- Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und ein kühlendes Gel für danach
- Insektenschutz, der zum Reiseziel passt
- Pflaster in verschiedenen Größen, Blasenpflaster, sterile Kompressen, eine Mullbinde
- Wund- und Hautdesinfektion, eine kleine Schere, eine Pinzette, ein Fieberthermometer
Für Fernreisen kommen je nach Ziel weitere Dinge hinzu, etwa ein Mittel zur Malariavorbeugung oder ein Notfallantibiotikum. Beides gehört in ärztliche Hand: Lassen Sie sich in einer reisemedizinischen Sprechstunde beraten, welche Mittel für Ihre Route sinnvoll sind und wann Sie sie einnehmen sollen.
Kinder, Schwangere und chronisch Kranke
Für Kinder gelten andere Dosierungen, und manche Wirkstoffe sind für sie nicht geeignet. Packen Sie Fiebersaft oder Zäpfchen ein, die Ihr Kind bereits bekommen hat, und notieren Sie das Körpergewicht und die richtige Dosis auf der Packung. Schwangere sollten jedes Mittel vorher mit der Ärztin oder dem Arzt abstimmen.
Wer dauerhaft Medikamente braucht, nimmt am besten einen aktuellen Medikamentenplan mit, idealerweise mit den Wirkstoffnamen. Markennamen unterscheiden sich von Land zu Land, der Wirkstoff nicht. Eine Apotheke im Ausland kann mit „Metoprolol 47,5 mg“ mehr anfangen als mit einem deutschen Handelsnamen.
Medikamente im Handgepäck
Was Sie unbedingt brauchen, gehört ins Handgepäck. Koffer gehen verloren oder kommen einen Tag später an, und im Frachtraum kann es sehr kalt werden. Insulin zum Beispiel verträgt keinen Frost.
Für Flüssigkeiten gilt im Handgepäck an vielen Flughäfen noch die bekannte Grenze von 100 Millilitern pro Behälter. Medikamente, die Sie während der Reise benötigen, sind davon ausgenommen, Sie müssen sie aber bei der Kontrolle vorzeigen. Eine ärztliche Bescheinigung, am besten auf Englisch, erspart Diskussionen, vor allem bei Spritzen, Pens und größeren Mengen.
Starke Schmerzmittel und andere Betäubungsmittel
Einige verschreibungspflichtige Mittel fallen unter das Betäubungsmittelrecht, darunter starke Schmerzmittel, manche ADHS-Medikamente und medizinisches Cannabis. Für Reisen in Länder des Schengen-Raums gibt es dafür eine besondere Bescheinigung, die Ihre Ärztin ausfüllt und die von der zuständigen Landesbehörde beglaubigt wird. Sie gilt höchstens 30 Tage.
Außerhalb des Schengen-Raums ist es komplizierter. Manche Länder verlangen eine Genehmigung im Voraus, andere verbieten bestimmte Wirkstoffe ganz. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei der Botschaft des Ziellandes. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stellt dazu Formulare und Hinweise bereit.
Hitze, Sonne und Lagerung
Viele Medikamente sollen nicht über 25 Grad gelagert werden. Im Auto, am Strand oder in einem Zimmer ohne Klimaanlage wird diese Grenze schnell überschritten. Zäpfchen schmelzen, Cremes trennen sich, und bei manchen Wirkstoffen lässt die Wirkung nach. Eine kleine Kühltasche oder ein Platz im Hotelkühlschrank helfen.
Einige Mittel machen die Haut lichtempfindlicher, darunter bestimmte Antibiotika und Entwässerungsmittel. Steht auf dem Beipackzettel ein Hinweis zur Sonne, nehmen Sie ihn im Urlaub ernst. Mehr zur Vorbereitung auf ein Fernziel finden Sie im Beitrag über Impfungen und Einreisebestimmungen, und was Sie tun können, wenn weit und breit kein Arzt ist, steht unter Erste Hilfe fernab der Klinik.