- Gate
- D
- Rubrik
- Rund ums Fliegen
- Lesezeit
- 4 Min.
- Aktualisiert
Fit auf der Langstrecke
Zehn oder zwölf Stunden in einem engen Sitz, bei trockener Luft und niedrigem Kabinendruck: Eine Langstrecke strengt den Körper mehr an, als man denkt. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten steigen Sie deutlich erholter aus.

Thrombose vorbeugen
Wer lange still sitzt, bei dem fließt das Blut in den Beinen langsamer. Dadurch steigt das Risiko, dass sich in einer tiefen Beinvene ein Blutgerinnsel bildet, eine Thrombose. Eine große Studie der Weltgesundheitsorganisation hat gezeigt, dass sich das Risiko bei Reisen von mehr als vier Stunden etwa verdoppelt. Das gilt übrigens nicht nur im Flugzeug, sondern auch im Auto, Bus und Zug.
Für gesunde Menschen bleibt das Risiko trotzdem klein. Höher ist es bei Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten, nach Operationen, in der Schwangerschaft, bei starkem Übergewicht, bei der Einnahme der Pille und bei manchen Erkrankungen. Wer zu einer dieser Gruppen gehört, sollte vor einem Langstreckenflug mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.
Kompressionsstrümpfe unterstützen den Blutfluss in den Beinen. Für Menschen mit erhöhtem Risiko werden sie häufig empfohlen. Sie sollten gut passen, zu enge Strümpfe schaden mehr, als sie nützen. Eine Apotheke oder ein Sanitätshaus misst die richtige Größe aus.
Ohren und Druckausgleich
In der Kabine eines Verkehrsflugzeugs ist der Luftdruck geringer als am Boden. Er entspricht in Reiseflughöhe etwa dem Druck in 1.800 bis 2.400 Metern Höhe. Beim Steigen und vor allem beim Sinkflug muss sich der Druck im Mittelohr anpassen. Klappt das nicht, entsteht ein unangenehmer Druck bis hin zu Schmerzen.
Helfen können Schlucken, Gähnen, Kauen oder ein Bonbon. Gut funktioniert auch der Druckausgleich mit zugehaltener Nase, bei dem man vorsichtig Luft in die Ohren drückt. Babys geben Sie beim Start und bei der Landung die Brust, eine Flasche oder einen Schnuller, Kinder können einen Strohhalm oder ein Getränk nutzen. Mit einer starken Erkältung zu fliegen ist ungünstig. Abschwellende Nasentropfen kurz vor dem Sinkflug können helfen, fragen Sie dazu in der Apotheke.
Trockene Luft
Die Luft in der Kabine ist sehr trocken, auf langen Flügen liegt die Luftfeuchtigkeit oft unter 20 Prozent. Das trocknet Schleimhäute, Augen und Haut aus. Trinken Sie regelmäßig Wasser, auch wenn Sie keinen Durst haben, und nehmen Sie eine leere Flasche mit, die Sie nach der Sicherheitskontrolle füllen oder vom Personal auffüllen lassen. Kontaktlinsenträger tauschen auf langen Flügen besser zur Brille. Eine Feuchtigkeitscreme und Augentropfen im Handgepäck tun gut.
Platz im Sitz
Der Abstand zwischen zwei Sitzreihen, auf Englisch Pitch, liegt in der Economy-Klasse meist zwischen etwa 74 und 81 Zentimetern, je nach Fluggesellschaft und Flugzeug. Ein paar Zentimeter machen auf zehn Stunden einen spürbaren Unterschied. Vor der Buchung lohnt ein Blick in die Sitzpläne, die viele Fluggesellschaften veröffentlichen.
Wer oft aufstehen möchte, nimmt einen Gangplatz. Sitze an den Notausgängen haben mehr Beinfreiheit, kosten aber meist extra und sind an Bedingungen geknüpft, etwa dass Sie im Notfall helfen können. Die erste Reihe hinter einer Trennwand bietet oft weniger Platz für die Füße, als man denkt.
Essen und Kleidung
Leichte Mahlzeiten bekommen dem Körper an Bord besser als schwere. In der Höhe dehnen sich Gase im Darm aus, blähende Speisen und kohlensäurehaltige Getränke verstärken das. Tragen Sie bequeme, weite Kleidung in Schichten, denn die Temperatur an Bord schwankt. Schuhe, die nicht zu eng sind, sind wichtig, weil die Füße auf langen Flügen anschwellen. Wie Sie nach der Landung schnell in den neuen Tagesrhythmus finden, steht unter Jetlag.