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- Rubrik
- Rund ums Fliegen
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- Aktualisiert
Flugangst verstehen und überwinden
Viele Menschen fliegen mit einem flauen Gefühl im Magen, manche meiden Flugzeuge ganz. Flugangst hat wenig mit Vernunft zu tun: Die meisten Betroffenen wissen, dass Fliegen sehr sicher ist. Trotzdem hilft es, zu verstehen, was an Bord passiert.
Woher die Angst kommt
Flugangst hat viele Gesichter. Manche fürchten einen Absturz, andere haben vor allem Angst vor der Enge in der Kabine, davor, nicht aussteigen zu können, oder vor dem Gefühl, die Kontrolle abzugeben. Bei vielen spielt alles zusammen. Häufig beginnt die Angst nach einem unruhigen Flug, manchmal ohne erkennbaren Anlass.
Statistisch gehört die Linienluftfahrt zu den sichersten Arten, sich fortzubewegen, sicherer als die Fahrt mit dem Auto zum Flughafen. Für die Angst spielt das oft keine Rolle, denn sie entsteht nicht im Kopf, wo man Zahlen abwägt, sondern in älteren Teilen des Gehirns, die auf Ungewohntes mit Alarm reagieren. Deshalb hilft es mehr, Erfahrungen zu machen und Abläufe zu verstehen, als Statistiken zu lesen.
Was die Geräusche bedeuten
Ein Flugzeug macht viele Geräusche, und jedes kann beunruhigen, wenn man es nicht einordnen kann. Ein paar Beispiele:
- Kurz nach dem Start wird es leiser und das Flugzeug scheint abzusinken. Die Piloten nehmen planmäßig die Triebwerksleistung etwas zurück, das Flugzeug steigt aber weiter, nur flacher.
- Ein Rumpeln und Poltern unter dem Boden nach dem Abheben ist das Fahrwerk, das eingefahren wird. Vor der Landung hören Sie es wieder beim Ausfahren.
- Surren und Brummen beim Steigflug und im Landeanflug kommen von den Klappen an den Flügeln, die ein- oder ausgefahren werden.
- Ein Gong in der Kabine ist meist nur eine Nachricht zwischen Cockpit und Kabinenpersonal.
Turbulenzen
Turbulenzen sind für viele der schlimmste Teil des Fluges. Gemeint sind Luftbewegungen, durch die das Flugzeug durchgeschüttelt wird, ähnlich wie ein Boot auf Wellen. Moderne Verkehrsflugzeuge sind so gebaut, dass sie weit stärkere Belastungen aushalten, als bei Turbulenzen auftreten. Die Piloten kennen viele unruhige Gebiete aus Wettervorhersagen und Meldungen anderer Flugzeuge und weichen aus oder wechseln die Höhe, wenn es möglich ist.
Die eigentliche Gefahr bei starken Turbulenzen sind Verletzungen von Menschen, die nicht angeschnallt sind. Lassen Sie den Gurt deshalb auf dem Sitz locker geschlossen, auch wenn das Anschnallzeichen aus ist.
Am Flugtag
Planen Sie die Anreise zum Flughafen mit großem Zeitpuffer, damit kein zusätzlicher Stress entsteht. Hinweise dazu finden Sie unter Mit Bus und Bahn zum Flughafen. Sagen Sie beim Einsteigen ruhig dem Kabinenpersonal, dass Sie Angst haben. Die Crew kennt das, schaut während des Fluges öfter nach Ihnen und erklärt gern, was gerade passiert.
Gegen akute Anspannung hilft langsames Atmen, vor allem langes Ausatmen. Atmen Sie durch die Nase ein, zählen Sie bis vier, und atmen Sie langsam durch den Mund aus, während Sie bis sechs oder acht zählen. Ablenkung tut ebenfalls gut, mit Film, Hörbuch, Musik oder einem Gespräch. Kaffee und Alkohol verstärken die Unruhe eher.
Beruhigungsmittel sollten Sie nur nach ärztlicher Beratung nehmen. Manche wirken lange nach, und im Notfall müssen Sie in der Lage sein, das Flugzeug selbstständig zu verlassen.
Seminare und Therapie
Mehrere Fluggesellschaften und Flughäfen bieten Seminare gegen Flugangst an. Dort erklären Piloten und Psychologen die Technik, die Abläufe und die Angst selbst, oft mit einem Besuch im Simulator und einem begleiteten Flug am Ende. Die Erfolgsquoten werden von den Anbietern hoch angegeben.
Wer unter starker Angst leidet, findet Hilfe bei einer Verhaltenstherapie. Dabei wird die Angst schrittweise und begleitet abgebaut, inzwischen teilweise auch mit Simulationen in einer Virtual-Reality-Brille. Ist die Angst so stark, dass sie Ihr Leben einschränkt, übernimmt die Krankenkasse unter Umständen die Kosten. Und wenn der Flug dann gelingt, finden Sie Tipps für die Zeit an Bord unter Fit auf der Langstrecke.