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Rubrik
Geld und Telefon
Lesezeit
3 Min.
Aktualisiert

Mit dem Handy im Ausland

Innerhalb der EU telefonieren und surfen Sie seit 2017 zu den gleichen Bedingungen wie zu Hause. Das hat viele Kostenfallen beseitigt, aber nicht alle. Wer die Grenzen der Regel kennt, erlebt nach dem Urlaub keine Überraschung auf der Rechnung.

Drei Roaming-Zonen: EU und EWR wie im Inland, Schweiz und andere Nachbarn je nach Tarif, Schiff und Flugzeug oft sehr teuerEU, Island, Liechtenstein,Norwegenwie im InlandSchweiz, Großbritannien,Türkei, Westbalkanje nach TarifSchiff, Fähre,Flugzeugoft sehr teuer
Wo die EU-Roamingregel gilt und wo es teuer werden kann.

Roam like at home in der EU

Seit dem 15. Juni 2017 gilt in der Europäischen Union die Regel „Roam like at home“. Telefonate, SMS und mobiles Internet kosten im EU-Ausland das Gleiche wie im Inland, und das Datenvolumen Ihres Tarifs dürfen Sie dort nutzen. Die Regel gilt auch in Norwegen, Island und Liechtenstein, die zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören. Sie wurde 2022 bis zum Jahr 2032 verlängert.

Es gibt eine Einschränkung für dauerhafte Nutzung im Ausland. Wer den größten Teil des Jahres in einem anderen Land lebt und dort nur die heimische SIM verwendet, muss mit Aufschlägen rechnen. Für Urlaub und normale Reisen spielt das keine Rolle. Bei sehr günstigen Tarifen mit viel Datenvolumen kann der Anbieter die Menge, die Sie im EU-Ausland ohne Aufpreis nutzen dürfen, nach einer festgelegten Formel begrenzen. Das steht in den Tarifbedingungen.

Wo es teuer werden kann

Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR. Viele deutsche Tarife schließen sie inzwischen ein, aber nicht alle. Ähnliches gilt für Großbritannien seit dem Brexit, für die Türkei und für die Länder des westlichen Balkans außerhalb der EU. Prüfen Sie in Ihrem Tarif, welche Länder in welcher Zone liegen.

Eine besondere Falle sind Grenzregionen. Am Bodensee, im Engadin oder an der Grenze zu Liechtenstein und der Schweiz bucht sich das Handy manchmal in ein Schweizer Netz ein, obwohl Sie noch in Deutschland oder Österreich sind. Wählen Sie das Netz in solchen Gegenden notfalls von Hand.

Schiff und Flugzeug

Auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und in Flugzeugen gilt die EU-Regel nicht. Sobald kein Mobilfunkmast an Land mehr erreichbar ist, verbindet sich das Handy mit einem Netz an Bord, das über Satellit läuft. Diese Verbindungen werden teilweise mit mehreren Euro pro Megabyte abgerechnet. Eine Hintergrund-Aktualisierung von Apps kann so sehr teuer werden. Schalten Sie an Bord das Daten-Roaming aus oder den Flugmodus ein und nutzen Sie, wenn Sie Internet brauchen, das WLAN-Angebot des Schiffes.

Reisen außerhalb Europas

Außerhalb Europas sind die Roamingpreise der Heimatanbieter oft hoch. Viele Anbieter verkaufen Tages- oder Wochenpakete, die günstiger sind als die Abrechnung nach Verbrauch. Eine Alternative ist eine SIM-Karte oder eSIM eines örtlichen Anbieters oder eines Reise-eSIM-Anbieters, den Sie vorab über eine App kaufen. Damit sind Sie meist deutlich günstiger online. Voraussetzung für die eSIM ist ein Handy, das diese Technik unterstützt und nicht an einen Anbieter gebunden ist.

Beachten Sie, dass Sie mit einer fremden SIM unter einer anderen Nummer erreichbar sind. Wer weiter Anrufe auf die eigene Nummer bekommen will, behält die eigene SIM aktiv, mit abgeschaltetem Daten-Roaming, und nutzt die eSIM nur für das Internet.

Notruf und WLAN

In allen Ländern der EU erreichen Sie unter der 112 den Notruf, kostenlos und auch ohne Guthaben. In anderen Ländern gelten eigene Nummern. Nach dem Grenzübertritt bekommen Sie in der EU automatisch eine SMS mit Hinweisen zu Preisen und zum Notruf.

Öffentliche WLAN-Netze in Hotels, Cafés und an Flughäfen sind bequem, aber nicht immer sicher. Für Onlinebanking und Einkäufe sollten Sie sie meiden oder eine verschlüsselte Verbindung nutzen. Mehr zu Karten und Konten im Ausland steht unter Zahlungsmittel auf Reisen.

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