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- Geld und Telefon
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Trinkgeld im Ausland
Kaum ein Thema sorgt im Urlaub für so viel Unsicherheit wie das Trinkgeld. Zu wenig wirkt geizig, zu viel kann peinlich sein, und in manchen Ländern ist es gar nicht üblich. Eine feste Regel für die ganze Welt gibt es nicht, aber ein paar verlässliche Anhaltspunkte.

Warum es keine einheitliche Regel gibt
Trinkgeld ist in jedem Land anders in die Löhne und Preise eingebaut. In den USA ist es für Kellnerinnen und Kellner ein fester Teil des Einkommens, ihr Grundlohn ist oft niedrig. In Frankreich oder Italien ist der Service im Preis bereits enthalten, ein Trinkgeld ist eine nette Geste, aber kein Muss. In Japan wiederum gehört guter Service zum Selbstverständnis, und ein Trinkgeld kann sogar Verlegenheit auslösen.
Die Zahlen unten sind deshalb Richtwerte für Restaurants mit Bedienung. In Bars, Cafés und bei Lieferdiensten gelten oft eigene Gewohnheiten. Im Zweifel hilft es, zu beobachten, was Einheimische am Nebentisch machen, oder einfach im Hotel zu fragen.
Richtwerte für Restaurants
| Land | Üblich im Restaurant | Hinweis |
|---|---|---|
| Deutschland, Österreich | etwa 5 bis 10 Prozent | beim Bezahlen den Betrag nennen, statt Geld liegen zu lassen |
| Schweiz | Aufrunden | Service ist im Preis enthalten |
| Italien | Aufrunden oder wenige Euro | auf der Rechnung stehen oft „coperto“ und manchmal „servizio“ |
| Frankreich | Aufrunden | „service compris“ heißt: Bedienung inbegriffen |
| Spanien, Portugal | Aufrunden bis etwa 10 Prozent | in einfachen Lokalen eher Kleingeld |
| Großbritannien | etwa 10 bis 12,5 Prozent | oft als „service charge“ schon auf der Rechnung |
| USA, Kanada | etwa 15 bis 20 Prozent | gilt als Teil des Lohns, weniger nur bei schlechtem Service |
| Türkei | etwa 10 Prozent | in Touristenorten erwartet |
| Japan | kein Trinkgeld | kann als unhöflich oder verwirrend empfunden werden |
Wenn der Service schon bezahlt ist
Schauen Sie auf die Rechnung, bevor Sie etwas geben. Steht dort ein Posten wie Service, Servizio, Service charge oder eine Prozentangabe, ist das Trinkgeld meist bereits enthalten. Ein zusätzlicher Betrag ist dann freiwillig. In Italien ist der „coperto“ dagegen eine Gebühr für Gedeck und Brot, kein Trinkgeld.
In den USA schlagen Kartenterminals häufig Trinkgeld von 18, 20 oder 25 Prozent vor, auch an Theken, wo man früher nichts gegeben hat. Sie dürfen einen eigenen Betrag wählen oder an der Selbstbedienungstheke auch nichts geben. Im Restaurant mit Bedienung sollten Sie dagegen fest mit dem Trinkgeld rechnen und es in Ihr Budget einplanen, denn die Preise auf der Karte sind ohne Steuer und ohne Service angegeben.
Taxi, Hotel und Reiseleitung
Im Taxi ist in vielen europäischen Ländern Aufrunden üblich, in den USA rechnet man etwa mit 15 Prozent. Kofferträgern gibt man in Hotels pro Gepäckstück einen kleinen Betrag, dem Zimmerservice am Ende des Aufenthalts ein paar Euro pro Nacht, am besten mit einem kurzen Gruß auf einem Zettel, damit klar ist, für wen das Geld gedacht ist.
Bei geführten Touren und Rundreisen ist ein Trinkgeld für Reiseleitung und Fahrer in vielen Ländern üblich. Manche Veranstalter nennen dafür Richtwerte in den Reiseunterlagen. In Ägypten und anderen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens gehört das Bakschisch für kleine Dienste zum Alltag. Etwas Kleingeld in der Landeswährung macht vieles einfacher.
Was tun bei schlechtem Service?
Auch dort, wo Trinkgeld erwartet wird, müssen Sie es nicht für unfreundlichen oder nachlässigen Service zahlen. In den USA gilt allerdings: Ein kleineres Trinkgeld drückt Unzufriedenheit aus, gar keines wird als deutliches Signal verstanden. Wer sich beschweren möchte, spricht das besser offen an als nur über den Geldbetrag. Und wenn der Service besonders gut war, freut sich das Personal überall über ein paar Worte des Dankes, egal ob mit oder ohne Trinkgeld.