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- Rubrik
- Mit dem Auto
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Vignetten und Maut in Europa
In Deutschland fahren Pkw ohne Gebühr auf der Autobahn. In fast allen Nachbarländern ist das anders. Manche verlangen eine Vignette für einen bestimmten Zeitraum, andere rechnen jede Strecke einzeln ab, und für einige Tunnel und Pässe zahlt man zusätzlich.

Zwei Systeme
Grob gibt es in Europa zwei Arten von Autobahngebühren. Bei der Vignette zahlen Sie einen festen Betrag für einen Zeitraum, etwa zehn Tage, zwei Monate oder ein Jahr, und dürfen in dieser Zeit beliebig viel fahren. Bei der Streckenmaut zahlen Sie für jeden gefahrenen Abschnitt, meist an einer Mautstelle oder elektronisch über die Kennzeichenerfassung.
Viele Länder haben die Klebevignette in den letzten Jahren durch eine digitale Vignette ersetzt oder ergänzt. Sie ist an das Kennzeichen gebunden und wird online gekauft. Kontrolliert wird mit Kameras. Wichtig ist deshalb, das Kennzeichen exakt richtig einzugeben, denn eine Vignette für ein falsch geschriebenes Kennzeichen gilt nicht.
Länder mit Vignette
| Land | System | Hinweis |
|---|---|---|
| Österreich | digitale Vignette oder Klebevignette | zusätzlich Sondermaut für einige Strecken |
| Schweiz | Jahresvignette, digital oder zum Kleben | nur als Jahresvignette erhältlich |
| Slowenien | digitale Vignette | Klebevignetten gibt es nicht mehr |
| Tschechien | digitale Vignette | auch für kurze Zeiträume |
| Slowakei | digitale Vignette | an das Kennzeichen gebunden |
| Ungarn | digitale Vignette | auch nach Komitaten erhältlich |
| Bulgarien, Rumänien | digitale Vignette | in Rumänien Rovinieta genannt |
In der Schweiz kostet die Jahresvignette 40 Franken. Sie gilt jeweils vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres. Eine Vignette für kürzere Zeit gibt es nicht, auch wer nur einmal durchfährt, braucht die Jahresvignette.
In Österreich gibt es Vignetten für einen Tag, zehn Tage, zwei Monate und ein Jahr. Eine Besonderheit betrifft die digitale Vignette: Wer als Verbraucher online eine Zwei-Monats- oder Jahresvignette kauft, kann sie wegen des gesetzlichen Rücktrittsrechts erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf nutzen. Wer spontan fährt, kauft die Vignette an einer Verkaufsstelle oder wählt die Zehn-Tages-Vignette.
Sondermaut in Österreich
Einige besonders aufwendige Strecken in Österreich sind nicht mit der Vignette abgegolten. Dazu gehören die Brennerautobahn A13, die Tauernautobahn A10, die Pyhrnautobahn A9 mit ihren Tunneln, der Karawankentunnel und der Arlbergtunnel. Hier zahlen Sie an einer Mautstelle oder vorab digital mit einer Streckenmaut. Wer häufig über den Brenner fährt, spart mit der digitalen Streckenmaut Wartezeit an der Station.
Länder mit Streckenmaut
Italien, Frankreich, Kroatien, Griechenland und Polen erheben auf vielen Autobahnen eine Maut nach Strecke. Meist ziehen Sie bei der Einfahrt ein Ticket und zahlen bei der Ausfahrt bar oder mit Karte. Spanien hat in den letzten Jahren viele Abschnitte nach dem Auslaufen der Konzessionen gebührenfrei gemacht, einzelne Autopistas kosten aber weiterhin. In Portugal gibt es Strecken, auf denen nur elektronisch kassiert wird. Dort müssen Sie sich vorher registrieren oder ein Mautgerät nutzen, sonst drohen Nachforderungen.
In Norwegen werden Gebühren für Straßen, Brücken und Fähren in der Regel automatisch über das Kennzeichen erfasst, die Rechnung kommt später. Für Brücken und Tunnel wie die Öresundverbindung zwischen Dänemark und Schweden, den Mont-Blanc-Tunnel oder den Großen-St.-Bernhard-Tunnel zahlen Sie jeweils eigene Gebühren.
Ohne Vignette erwischt
Fahren ohne gültige Vignette wird teuer. Österreich verlangt eine Ersatzmaut, die ein Vielfaches des Vignettenpreises beträgt, wer sie nicht sofort zahlt, riskiert ein Verfahren mit höherer Strafe. In der Schweiz kommt zur Buße der Kauf der Vignette hinzu. Bußgelder aus anderen EU-Staaten werden inzwischen auch in Deutschland vollstreckt. Was sonst noch vor der Fahrt ins Handschuhfach gehört, steht in der Checkliste für die Autoreise.